Weidigschule Butzbach

Abi-Jahrgang 1972

Berichte und Bilder aus der Butzbacher Zeitung


 

Alle Weidigschüler bestanden das Abitur

Butzbach (tz). - An der Weidigschule ging jetzt die diesjährige Reifeprüfung zu Ende. Sämtliche Oberprimaner, insgesamt 18 Mädchen und 23 Jungen, haben das Abitur bestanden. Am Mittwoch, dem 28. Juni, wird Oberstudiendirektor Dr. Kolscher die Zeugnisse an die Abiturienten ausgeben. Ob auch eine offizielle Entlassungsfeier, zu der auch die Eltern eingeladen werden, stattfindet, war gestern noch nicht bekannt. Nachstehend veröffentlichen wir die Namen der Abiturienten (in Klammer - so weit bekannt - das Berufsziel):

(c) by Butzbacher Zeitung, 1972


 

Butzbachs Abiturienten erhielten Reifezeugnisse

Vier Buchprämien für besonders gute Leistungen vergeben

 

Butzbach (tz). - Die diesjährigen Abiturienten des Weidig-Gymnasiums holten sich ihre Reifezeugnisse nicht beim Hausmeister ab, sondern nahmen sie am Mittwochabend im Foyer der Schule des Jahres 2000 in Anwesenheit der Lehrer und Eltern aus der Hand von Oberstudiendirektor Dr. Kolscher entgegen. Auf musikalische Umrahmung durch Schulchor oder -orchester hatte man verzichtet, ebenso auf ein Happening wie bei der Neueinweihung. Nach dem offiziellen Teil gab es ein gemütliches Beisammensein bei Schallplattenmusik und Getränken.

 


Das Schulorchester ist am Weidig-Gymnasium nicht mehr gefragt.
Stattdessen fand im Abschluß an die Entlassungsfeier ein
gemütliches Beisamensein - eröffnet mit einem Wiener Walzer
auf dem Plattenspieler, wobei die Abiturienten für den ersten
Tanz ihre Eltern aufforderten - statt.

Der Leiter des Weidig-Gymnasiums, Oberstudiendirektor Dr. Kolscher, wies in seinen Begrüßungsworten darauf hin, daß diese Veranstaltung früher, als die Schule keinen Platz hatte, in größerem Rahmen stattfand. Heute jedoch, da das Gymnasium über ausreichende Räume verfüge, habe es bis zuletzt Unklarheiten darüber gegeben, ob man überhaupt etwas Feierliches veranstalten sollte. Von der Abiturienten sei die Ansicht geäußert worden, daß man die Reifezeugnisse auch beim Hausmeister abholen könne. Er sei erfreut darüber, daß bei Schülern und Eltern jedoch offensichtlich Interesse an einer etwas herausgehobeneren Zeugnisausgabe bestanden habe, das beweise der gute Besuch. In diesem Zusammenhang bemerkte der Schulleiter, daß die Feierlichkeit eines Schulabschlusses von gewisser Seite in Frage gestellt werde. Dies sei in den übrigen Butzbacher Schulen nicht der Fall. Dort messe man dem Schulabgang trotz des nicht so qualifizierten Abschlusses wie in einem Gymnasium noch einige Bedeutung bei.

Oberstudienrat Hans-Kurt Luh, der Klassenlehrer der 13 sb, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Abiturienten in ihrer Schulzeit mit Stoffen und Sachkenntnissen vertraut wurden, mit den vielschichtigen Problemen des Individuums und der Gesellschaft, mit Ideen und Ideologien und letztlich auch mit Konflikten konfrontiert wurden, die sie als unmittelbare Geschehnisse erleben und werten konnten. Nach Ansicht Luhs war das gut, „denn die Demokratie gehört nicht als Sandkastenspiel in die Schule; schon ganz und gar nicht in die gymnasiale Oberstufe, sondern als Wirklichkeit, und diese Wirklichkeit ist oft rauh, kantig, voller Widersprüche, aber sie hat ihre Spielregeln, und bei strenger Beachtung dieser demokratischen Spielregeln die (Chance, eine lebens- und liebenswerte Wirklichkeit zu werden, so wie es keine zweite in unserer Zeit gibt."

Bezüglich der Leistungsgesellschaft stellte Luh fest, daß die Definition von Leistung nicht statisch sein könne, sondern wechselnden Anforderungen unterworfen sei, da sich nicht nur die Zeiten ändern, sondern auch die erforderlichen Qualifikationen und Ansprüche der Einzelnen. Leistung aber an sich zu verteufeln und geradezu als unanständig hinzustellen, so als ob sie Menschen krank mache oder an der Entfaltung ihrer Eigenart hindere, sei naiv.

Sorgen bereiten den Erziehern, so führte Luh weiter aus, die Verzerrungen der Leistungsgesellschaft, denn sie sei ja so lange keine, wie Besitz und Steuerflucht einige wenige so begünstigt, daß sie das Produktionskapital immer mehr in wenigen Händen zum Schaden der Schaffenden konzentrieren könnten. „Gerade weil wir sehen, wie aussichtslos die Leistung eines Menschen gegen die Privilegien eines reich geborenen Nichtstuers in Wettbewerb tritt, müssen wir uns um eine demokratiscbe Leistungsgesellschaft bemühen. Sorgen bereitet uns aber auch die verbreitete Nichtidentifikation der Jugend mit unserem Staat und die Frage, ob es uns gelingt, die Hoffnungen, die geweckt wurden, auch zu erfüllen."

Weiterhin forderte Luh, daß die Kulturpolitik wieder an die erste Rangstelle gesetzt werden müsse, wenn unsere Gesellschaft nicht inhaltlos, richtungslos und gesichtslos werden soll. Kulturpolitik dürfe nicht etwas sein, was auch zu unseren Interessen gehöre, sondern sie sei unbestritten für die kommenden Jahrzehnte das Bewährungsfeld der westlichen Welt. Auf diesem Feld hätten die Entscheidungen zu fallen, ob die Freiheit mit der technischen Zivilisation bestehen könne und welche Richtung die menschliche Geschichte nehmen werde. Kulturpolitik werde zu einer Kernfrage unserer Politik.

Abschließend sagte Luh zu den Abiturienten des Jahres 1972: „Mir ging es nur darum, nachdem ich mit den meisten von Ihnen einige Jahre geistig gearbeitet, diskutiert und auch von Ihnen gelernt habe, einmal zu reflektieren über Sinn und Ziele unseres geistigen Bemühens, einmal nachzudenken, bevor die Hektik eines neuen Lebensabschnitts uns alle wieder erfaßt. Ich hoffe, daß Sie alle Ihren Weg., zu dem ich Ihnen alle guten Wünsche mitgeben, finden. Vielleicht kann Ihnen dieser oder jener Gedanke Mut, Halt oder auch Ansporn sein, selbst dann, wenn Sie gegen ihn leben. Wir müssen uns aber, und das gilt für uns alle, bewußt bleiben, daß der Humanisierungsprozeß erst dann vollzogen ist, wenn man begreift, daß zu einer sittlichen Lebensordnung nicht nur die Beherrschung der eigenen Natur gehört, sondern, daß jeder seiner Freiheit nur erreichen kann., wenn er auch zur Beherrschung und Kontrolle der gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Kräfte befähigt ist, wohlverstanden auf der umangefochtenen Grundlage unserer vorn Gerast des Liberalismus und Sozialismus so wesentlich geprägten und grundgesetzlich vorgezeichneten Ordnung."

Die Ausführungen des Abiturienten Rainer Strasheim waren eine Replik auf einige Bemerkungen von Oberstudiendirektor Dr. Kolscher, die dieser beim Abschluß der mündlichen Recifeprüfung getan hatte. Danach seien die Abiturienten des Jahrganges 1972 noch nicht reif und das Abitur nichts mehr wert im Vergleich zu früheren Jahren. Rainer Strasheim: „Main kann uns nicht vorwerfen, daß die Anforderungen, die heute an die Abiturienten gestellt werden, geringer sind als vor zehn Jahren. Wir können auch nichts dafür, daß wir nicht früher geboren sind und unser Abitur schon vor zehn Jahren machen konnten. Die meisten von uns können kein Studium beginnen. da der Numerus clausus herrscht. Hier werden Abiturienten produziert, die keinen Platz an der Universität finden."

Zur derzeitigen Situation am Weidig-Gymnasium bemerkte R. Strasheim, daß die Stimmung im Lehrerkollegium geprägt sei von Streitereien über Direktor und Gymnasium. Diese Querelen seien vertretbar, solange der Lehrbetrieb nicht darunter leide. Aber die Schüler würden in den Kampf einbezogen und für irgendwelche Ziele eingespannt, mit denen sie sich nicht identifizierten.

Im Namen der Eltern gratulierte Armin Kappas (Griedel) den Abiturienten zur bestandenen Reifeprüfung und wünschte ihnen für die Zukunft und für ihren beruflichen Werdegang alles Gute. Heute werde der Wert des Abiturs diskutiert, die Meinung werde vertreten, daß die Reifeprüfung früher mehr wert gewesen sei. Man solle aber doch nicht verkennen, daß junge Menschen, die 13 Jahre lang zur Schule gegangen seien, eine Menge Wissen erworben hätten, das eine Voraussetzung dafür sei, aus dem späteren Leben etwas zu machen. Kappas appellierte an die Abiturienten. nicht nur an den eigenen Nutzen, sondern auch an die Mitmenschen zu denken, Idealismus und soziale Gesinnung zu zeigen, nicht nur mit Worten und Demonstrationen, sondern auch durch persönliches Engagement. In seiner Dankadresse an die Lehrer schnitt Kappas auch das derzeitige Problem des Lehrermangels an. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß möglichst viele Abiturienten sich für den Lehrerberuf entscheiden mögen, damit die künftige Generation eine möglichst optimale schulische Erziehung erhalten werde.

Anschließend gab Oberstudiendirektor die Reifezeugnisse aus und zeichnete Gudrun Wächtershäuser, Lutz Förster, Achim Kappas und Margit Sichert für besondere Leistungen mit Buchprämien aus. Mit einem gemütlichen Beisammensein klang die Abiturientenentlassung aus.

(c) by Butzbacher Zeitung, 1972


 

Es ist geschafft

 

Mit "Pauken und Trompeten" nahmen gestern die diesjährigen Butzbacher Abiturienten Abschied von der Schule.

 

     

 

Eine der beiden "s-Klassen":

(c) by Butzbacher Zeitung, 1972


 

25 Jahre nach dem Abitur ...

 

 

... trafen sich jetzt 12 von einstmals 18 Abiturienten des naturwissenschaftlichen Zweiges der Butzbacher Weidigschule. Sie waren damals die ersten Abiturienten, die ihre Prüfung im neuen Schulgebäude am Waldrand ablegten. Bei einem gemütlichen Beisammensein im Gasthaus "Zur Friedenslinde" in Griedel, wo auch unser Bild entstand, wurden viele Erinnerungen an die Schulzeit wach.

(c) by Butzbacher Zeitung, 1997


 

Abi-72 traf sich

BUTZBACH. Am Samstag trafen sich 30 ehemalige Abiturienten des Weidiggymnasiums, um das 30-jährige Jubiläum ihres Schulabschlusses zu feiern. Aufgeteilt in drei Klassen machten 41 Schülerinnen und Schüler 1972 Abitur in Butzbach. 39 von ihnen konnten ausfindig gemacht werden, 30 trafen sich nun an der Schule, um sich an vergangene Zeiten zu erinnern. Viele nahmen dazu einen weiten Weg in Kauf und reisten z.B. aus Ungarn und Den Haag an. Für andere, z.B. aus Namibia, war der Weg dann aber doch zu weit. 22 der Ehemaligen` sind in Butzbach oder zumindest in der heimischen Region geblieben, ein paar zog es ins ferne Ausland, weitere sind in der gesamten Republik verteilt. Aber immer noch bestehen viele familiäre und freundschaftliche Beziehungen zu Butzbach und Umgebung. Nach dem ersten großen Wiedersehen an der Eingangstreppe des Gymnasiums ging die Gruppe in das Schulgebäude und mit dem Betreten der ehemaligen Klassenzimmer begab man sich an den Ort der Tat`. Nach einem Rundgang durch die Schule traf man sich zum gemütlichen Ausklang des Abends in der Gaststätte„Wilhelmshöhe", wo viele Anekdoten erzählt, Neuigkeiten ausgetauscht und in Erinnerungen geschwelgt wurde.

(c) by Butzbacher Zeitung, 27.06.2002


 

Aus Bremen und Zug zum Abi-Treffen

BUTZBACH. Aus Anlass ihres 40-jährigen Abiturjubiläum trafen sich am Samstag 31 der seinerzeit 39 Abiturienten des Jahrgangs 1972 (13n, 13s) zu einem Klassentreffen in Butzbach. Sie waren im Münchner Olympiajahr 1972 der erste Jahrgang, der die Reifeprüfung im damals neu erbauten und als spektakulär geltenden "Weidig-Bunker" am Schrenzer, nach Ansicht eines damaligen Pädagogen "ein absolut atombombensicherer Bau", ablegte. Direktor war Oberstudiendirektor Dr. Max Kolscher, ein ehemaliger Mitarbeiter des deutsch-amerikanischen Raketenpioniers Wernher von Braun. Nach einem kurzen Besuch in der alten Lernstätte ließ man sich bei einer Stadtführung durch die Innenstadt über Altes und Neues im Stadtbild von Butzbach informieren. Dann trafen sich alle zu einem gemütlichen Beisammensein in der "Bürgerhaus"-Gaststätte. Ein Großteil des Jahrgangs hat inzwischen den Lebensmittelpunkt in weit entfernt liegenden Gefilden gefunden zwischen Bremen und Zug in der Schweiz, dem holländischen Haag im Westen und Berlin im Osten. Es ist geplant, das nächste Klassentreffen bereits in fünf Jahren zu organisieren.
Text + Foto: dö

(c) by Butzbacher Zeitung, 18.06.2012


 

Abiturjahrgang 1972 feierte Wiedersehen

BUTZBACH. 45 Jahre ist es her, dass sie ihr Abitur gemacht haben. Sie waren damit bei den ersten, die ihre Abiturprüfung in den damals neu errichteten Gebäuden am Schrenzer ablegten. Grund genug für ein Treffen. Ein Teil der Ehemaligen traf sich bereits am Nachmittag im Museum in Butzbach zu einem informativen Rundgang. Nach einem Begrüßungsgetränk anlässlich des Wiedersehens brachte Ulrike von Vormann den ehemaligen Weidigschülern das Leben und Wirken von Friedrich Ludwig Weidig in einem Kurzvortrag näher. Mit einer Stadtbegehung setzte die Gruppe ihr Programm fort. Erinnerungen an die Jugendzeit wurden wieder wach, aber auch die Veränderungen und die Entwicklung der Butzbacher Innenstadt waren interessant. Bei einem gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Runde im Bürgerhausrestaurant „Oniro" in Butzbach plauschte man über aktuelle Themen und über die Erinnerungen der Schulzeit. Bei guter Stimmung war schon klar, in fünf Jahren soll das nächste Treffen stattfinden. Besonderer Dank galt Karin Bothe und Ellen Reitz für die gelungene Organisation. Das Gruppenbild zeigt die Abiturienten von 1972 vor dem Bürgerhaus in Butzbach.
Text + Foto: pa

(c) by Butzbacher Zeitung, 09.10.2017